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Auszug aus einer E-Mail: "(...) was eine guten text zum text macht, ist etwas, das sich nicht wirklich in worte fassen lässt, denn würde man's fassen können, hätte man besser einen essay verfasst. da wird etwas induziert an wortmaterial, der sogenannte "mehrwert", und der ist immer bestandteil von diskurs, ist nie ganz aufspürbar oder dechiffrierbar. es gibt immer noch eine seite, die man zusätzlich finden kann. es bleibt eine gewisse unschärfe: selbst wenn ich über den panther von rilke oder über die parzen von hölderlin ein 1000seitiges oder auch 10.000seitiges werk schreiben würde: es kann und wird ein anderer einen satz über den panther oder über die parzen sagen, den ich in meinem ganzen schlauen buch nicht gesagt habe. [in diesem statement] (...) geht es aber (...) um dechiffrierung und entschlüsselung´anhand von zahlenwerten und abgezählten silben, was implizit den glauben ja enthält, dass man das, was der text in sich birgt, restlos aufdecken und erfassen kann. und da begann mein großes dilemma. denn ich habe gesehen: da liegt was im argen, da geht einer zu werke mit handwerkszeug, mit dem ich bei diesem text zwar was aufspüren kann, was aber grundsätzlich bei einem poetischen text nicht wirklich trägt. (...) ein gedicht ist kein nichtdiskursiver text wie ein bericht oder eine alltagsplattitüde, die man schnell mal hinsagen kann wie "ich geh mal schnell brötchen holen, du kannst ja schon mal kaffee kochen!" - und selbst da wird einiges zwischen den zeilen gesagt, aber es bedarf keines diksurses wie bei einem poetischen textes, da die verständigungsebene nicht verhandelbar ist. bei einem gedicht ist erst mal gar nichts klar: wer spricht, welche sprache verwendet ist, wie doppelbödig das ganze angelegt ist, welche bezüge da sind, was in den worten und was zwischen den worten verhandelt wird usw.) das wenigstens liegt für mich glaskar auf der hand. (das muss man keinem erklären: subjektive wahrnehmung in speziellem kulturellem raum <-> subjektive erlebnisse <-> subjektive internalisation <-> subjektive metaphern usw.) (...) ein text ist vielschichtig, hat eine metrikebene, hat auch manchmal tatsächlich eine mathematische ebene, kann sich aus dem bauch erklären lassen, alles das ist nicht falsch, aber es ist eben noch mehr. ein text hat immer (s)einen referenzrahmen und dahingehend vielfache bezüge: historische, politische, wissenschaftlich-diskursive, literarische.... u.v.m., aspekte verschiedenster art, benebst klang, rhythmus, optik, erfindet sich selbst neu (...)" |